Aktuelle Meldungen aus dem Unterbezirk

SPD bekräftigt Förderung des Ökolandbaus

SPD Unterbezirk Gießen - 26.06. 2018

Am heutigen Dienstag hat Umweltministerin Hinz (Grüne) fünf weitere sogenannte Ökomodellregionen in Hessen benannt. Der landwirtschaftspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Heinz Lotz, sprach von einem „geringen Neuigkeitswert“ infolge der Pressekonferenz der Ministerin.

Lotz sagte dazu: „Im Wesentlichen hat Ministerin Hinz ihre alte Position zum ökologischen Landbau wiederholt. Trotzdem bekräftigen wir auch heute wieder, dass die SPD die Förderung des Ökolandbaus in Hessen unterstützen wird. Deshalb stehen wir den Ökomodellregionen grundsätzlich positiv gegenüber. Im nächsten Schritt müssen wir dringend ganz Hessen zu einer Ökomodellregion werden lassen.“

Es sei das Gebot der Fairness, alle hessischen Ökobetriebe mit den gleichen Chancen auszustatten, damit gar nicht erst weitere Wettbewerbsnachteile untereinander entstünden.

Zudem gehe es der SPD-Landtagsfraktion vor allem darum, Bio-Lebensmittel aus der Region in Zukunft für jedermann finanziell erschwinglich zu machen. „Wir müssen uns noch mehr anstrengen, regionale Produkte dem Verbraucher schmackhaft zu machen. Das fängt beim regionalen Marketing an und hört beim günstigen Preis auf“, sagte Heinz Lotz.

Entscheidung der Mindestlohnkommission ist eine positive Nachricht für Betroffene

SPD Unterbezirk Gießen - 26.06. 2018

Die unabhängige Mindestlohnkommission hat heute einstimmig entschieden, dass der Mindestlohn ab dem Jahr 2019 auf 9,19 Euro und ab 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde steigen soll. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Wolfgang Decker, begrüßte diese Entscheidung.

Decker sagte am Dienstag: „Die Entscheidung der Kommission ist eine positive Nachricht für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie bedeutet, dass rund drei Millionen Beschäftigte ab 2019 wieder mehr Geld bekommen werden. Es zeigt sich einmal mehr, dass es gut und richtig war, dass sich die SPD beim gesetzlichen Mindestlohn durchgesetzt und für seine Einführung gesorgt hat. Innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes muss der Mindestlohn weiter steigen, damit wir eine Mindestlohngrenze erreichen, bei der kein Vollzeitbeschäftigter mehr auf öffentliche Hilfe angewiesen ist und gleichzeitig in die Lage versetzt wird, aus eigener Kraft Rentenanwartschaften aufzubauen, die besser vor Altersarmut schützen. Wirksamster Schutz gegen prekäre Beschäftigung und Altersarmut bleiben allerdings ordentliche Beschäftigungsverhältnisse und tarifliche Löhne. Deshalb muss weiterhin für eine Stärkung der Tarifbindung und unbefristete Beschäftigung gekämpft werden.“

Schwarzgrüner Landesregierung fehlt ein Konzept für Landesantidiskriminierungsgesetz

SPD Unterbezirk Gießen - 25.06. 2018

Der sozial- und integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Gerhard Merz, hat die heutige Pressekonferenz des Bevollmächtigten für Integration und Antidiskriminierung des Landes Hessen zur sogenannten Antidiskriminierungsstrategie zum Anlass genommen, auf das Fehlen eines Konzepts für ein Landesantidiskriminierungsgesetz hinzuweisen und dieses zu kritisieren.

Merz sagte dazu am Montag: „Seit fünf Jahren gibt es einen Antidiskriminierungsbeauftragten, für den CDU und Grüne extra den Posten eines Staatssekretärs im Sozialministerium geschaffen haben, der von den Grünen gestellt wird, und es ist in dieser Frage kaum etwas bewegt worden. Da kann man schon feststellen: Die Faulen versuchen, am Abend fleißig zu werden, weil in vier Monaten die Landtagswahl vor der Tür steht.“

Darüber hinaus sei die so genannte Antidiskriminierungsstrategie lediglich eine Zusammenfassung vorhandener Aktivitäten. Ähnlich habe es die Landesregierung beim „Integrationsplan“ gehandhabt, wo sie einfach vorhandene Maßnahmen zusammengefasst und das Ergebnis dann „Plan“ genannt habe. „Es reicht aber nicht aus, sich hehre Leitbilder zu geben, wenn nicht klar ist, mit welchen Maßnahmen wann welche Ziele erreicht werden sollen“, sagte Merz.

Um in Hessen bei der Antidiskriminierungspolitik entscheidend voranzukommen, sei vor allem ein Landesantidiskriminierungsgesetz notwendig. „Nur mit einem solchen Gesetz kommen wir voran. Mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz des Bundes wurde ein erster Schritt getan. Das reicht aber nicht aus, wie wir beispielsweise daran sehen, dass Bildungserfolge immer noch in erheblichem Umfang vom Elternhaus abhängen. Das belegt der gerade veröffentlichte Bildungsbericht. Ein Landesantidiskriminierungsgesetz wäre die Grundlage dafür, dass Schulen mehr dafür tun müssen, um Benachteiligungen und Diskriminierungen zu vermeiden“, so der Integrationsexperte.

Darüber hinaus müsse die Antidiskriminierungsstelle des Landes Hessen mit deutlich mehr Personal ausgestattet werden, forderte Merz. Die derzeitige Besetzung sei für die vielfältigen Aufgaben absolut unzureichend. „Ohne ausreichendes Personal und ohne ein Gesamtkonzept werden wir bei in der Antidiskriminierungspolitik nicht vorankommen“, sagte Gerhard Merz.

 

Neue Brückenteilzeit ist arbeitsmarktpolitischer Meilenstein

SPD Unterbezirk Gießen - 25.06. 2018

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts und zur Einführung einer Brückenteilzeit vor kurzem beschlossen. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Wolfgang Decker, lobte den Gesetzentwurf und nannte in einen „arbeitsmarktpolitischen Meilenstein“.

Decker sagte am Montag: „Mit diesem Gesetzentwurf hat die SPD einen weiteren arbeitsmarktpolitischen Meilenstein gesetzt, von dem vor allem Frauen profitieren werden und der der Lebenswirklichkeit der Menschen in unserem Land entspricht. Er bedeutet konkrete Verbesserungen für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch deshalb, weil damit künftige kleinere und mittelständische Unternehmen die neue Brückenteilzeit leichter umsetzen können. Mit dem Gesetz wird den fast eine Millionen Beschäftigten geholfen, leichter in Teilzeitbeschäftigung zu gehen. Vor allem wird jedoch den 1,8 Millionen Beschäftigten geholfen, wieder mehr zu arbeiten, das heißt, endlich wieder aus der Teilzeitfalle heraus zu kommen. Die neue Brückenteilzeit ist daher ein wichtiger Schritt gegen den Fachkräftemangel und hilft gleichzeitig Altersarmut zu vermeiden, da ein höheres Arbeitseinkommen höhere Rentenanwartschaften bedeuten. Zugleich ist es ein aktiver Beitrag zur Gleichstellung von Frauen, die von der sogenannten Teilzeitfalle bisher am meisten betroffen sind“.

Vertretungslehrkräfte an hessischen Schulen auch in den Sommerferien bezahlen

SPD Unterbezirk Gießen - 25.06. 2018

Die SPD-Bildungspolitikerin Brigitte Hofmeyer forderte angesichts der in Hessen begonnen Schulferien, eine Verbesserung der Situation von befristet eingestellten Lehrkräften an hessischen Schulen.

Hofmeyer sagte dazu am Montag: „Jahr für Jahr werden befristet eingestellte Lehrkräfte vor den Sommerferien entlassen und nach den Ferien wieder in den Schuldienst als Vertretungskräfte eingestellt. Im 2016 betraf diese Situation laut Antwort des Kultusministeriums 1.184 Personen. Das unsägliche Vorgehen, befristete Lehrkräfte über die Sommerfeien in die Arbeitslosigkeit zu schicken, trägt sicherlich nicht zur Motivation der Lehrenden bei, ist aber leider weiterhin gängige Praxis und gehört insbesondere in Zeiten von Lehrermangel endlich abgeschafft.“

In einer Kleinen Anfrage an die Hessische Landesregierung (Drucksache 19/6536) möchte die SPD-Abgeordnete nun erfahren, wie diese Lehrerarbeitslosigkeit über die Sommerferien 2017 aussah und wie sie sich voraussichtlich in 2018 entwickeln werde.

„Lehrkräfte, die vor und nach den Sommerferien beschäftigt werden, müssen auch in den Ferien bezahlt werden. Alles andere ist unsozial“, stellt Hofmeyer klar.

Nicht nur, dass die Bundesagentur für Arbeit in dieser Zeit die Sozialkosten übernehmen müsse, sondern auch die Ungewissheit und finanziellen Abhängigkeit, die Jahr für Jahr rund 1.000 ausgebildete Pädagogen ausgesetzt seien, sei nicht akzeptierbar.

„Von ihrer Leistung unterscheiden sich die befristet eingestellten Pädagogen nicht von ihren verbeamteten oder fest angestellten Kolleginnen und Kollegen. Die Bezahlung und die soziale Absicherung sind jedoch deutlich schlechter. Immer wieder haben wir die schwarzgrüne Landesregierung aufgefordert, die sozial äußerst fragwürdige Praxis der letzten Jahre zu beenden und somit den Vertretungskräften Sicherheit und Verlässlichkeit zu geben“, erinnerte die SPD-Politikerin.

Die SPD strebe mit einer Änderung der Praxis an, auf diese Weise die Rahmenbedingungen an Hessens Schulen deutlich verbessern und die Abwanderung vieler guter Lehrkräfte in andere Bundesländer stoppen zu können.

 

Kleine Anfrage betreffend Arbeitslosikgeit befristeter Lehrkräfte in Hessen während der Sommerferien

SPD dankt den Beschäftigten im öffentlichen Dienst

SPD Unterbezirk Gießen - 23.06. 2018

Den heutigen „Tag des öffentlichen Dienstes“ nutzte die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Nancy Faeser, dafür, den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ihren Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen und kündigte gleichzeitig an, dass die SPD die Rahmen- und Arbeitsbedingungen  nachhaltig verbessern wolle. Gleichzeitig kritisierte Faeser den bisherigen Umgang CDU-geführter Landesregierung mit den Beschäftigten.

Faeser sagte dazu am Samstag: „Den Tag des öffentlichen Dienst wollen wir nutzen, allen Beamtinnen und Beamten und den Angestellten für Ihre gute Arbeit zu danken. Ihre sehr gute Arbeit verdient Anerkennung und Respekt. Sie sind wichtigster Garant dafür, dass der öffentliche Dienst in Hessen funktioniert. Umso weniger verständlich ist der Umgang CDU-geführter Landesregierungen mit den Bediensteten. Nullrunden und Lohndiktate bei der Besoldung mit einer Abkopplung bei der Gehaltsentwicklung für Beamtinnen und Beamte sind nur ein Beispiel für den respektlosen Umgang der vergangenen 19 Jahre unter CDU-Landesregierungen.“

Die innenpolitische Sprecherin kündigte an, dass die SPD künftig auf eine  neue Kultur des Zuhörens und Ernstnehmens setzen wolle. „Wir wollen gemeinsam, mit den Beamten und Beschäftigten, sowie den Gewerkschaften, einen Pakt für den öffentlichen Dienst unter dem Motto „Vertrauen gegen Vertrauen“ erarbeiten, um den öffentlichen Dienst wieder attraktiver zu machen. Das fängt mit der Arbeitszeit an, die wir für die Beamtinnen und Beamten auf 40 Wochenstunden senken wollen. Außerdem wollen wir die Beamtenbesoldung nicht weiter von der Einkommensentwicklung der Tarifbeschäftigten abkoppeln. Die Besoldung muss wieder dem Tarifrecht folgen und zwar eins zu eins. Nullrunden wird es mit uns nicht geben. Wir wollen, dass das Land Hessen wieder in die Tarifgemeinschaft der Länder zurückkehrt. Darüber hinaus wollen wir gemeinsam mit den Beamten und Beschäftigten die Digitalisierung in der  öffentlichen Verwaltung angehen“, kündigte Faeser an.

SPD und FDP benennen Mitglieder des Untersuchungsausschusses

SPD Unterbezirk Gießen - 22.06. 2018

Nachdem der  Hessische Landtag am Mittwoch beschlossen hat, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, der fragwürdige Beschaffungsvorgänge im Innenministerium beleuchten soll, haben die Fraktionen von FDP und SPD heute ihre Mitglieder für den Ausschuss benannt. Die FDP schickt ihren innenpolitischen Sprecher Wolfgang Greilich als Obmann in das Gremium. Stellvertretendes Mitglied wird der Abgeordnete Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn.

Die SPD entsendet ihren Haushaltsexperten Norbert Schmitt als Obmann. Die weiteren Mitglieder sind die innenpolitische Sprecherin Nancy Faeser sowie die Abgeordneten Torsten Warnecke und Dieter Franz. Stellvertretende Mitglieder des Untersuchungsausschusses für die SPD sind deren Parlamentarischer Geschäftsführer Günter Rudolph sowie die Abgeordneten Heike Hofmann, Rüdiger Holschuh und Marius Weiß.

Nancy Faeser und Wolfgang Greilich forderten die übrigen Fraktionen im Landtag auf, sehr schnell ihre Mitglieder zu benennen und dafür zu sorgen, dass die konstituierende Sitzung des Untersuchungsausschusses zeitnah erfolgen könne. Beide ermahnten insbesondere die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen, die Konstituierung des Ausschusses nicht zu verzögern.

Nachtflugverbot muss durchgesetzt werden

SPD Unterbezirk Gießen - 22.06. 2018

Nach Recherchen des Hessischen Rundfunks (hr) verstoßen die Airlines am Flughafen Frankfurt in einem nie dagewesenen Umfang gegen das Nachtflugverbot zwischen 23 Uhr und 5 Uhr. Allein im Mai dieses Jahres gab es demnach 298 Landungen und Starts nach 23 Uhr. Den größten Anteil an den Verstößen trägt der irische Billigflieger Ryanair, der seit Beginn seiner Präsenz auf dem Frankfurter Flughafen Probleme hat, das Nachtflugverbot einzuhalten. Aber auch bei Condor und der Lufthansa nehmen die Flugbewegungen nach 23 Uhr zu.

 

Der Experte für Flugverkehr in der Landtagsfraktion der SPD, Marius Weiß, kritisierte die Zunahme der Nachtflüge scharf. Er sagte am Freitag in Wiesbaden, dass die vom Fluglärm betroffenen Menschen in der Nachbarschaft des Flughafens ein Recht auf Nachtruhe hätten. „Es ist Aufgabe des Wirtschaftsministeriums als zuständiger Aufsichtsbehörde, das Nachflugverbot durchzusetzen. Aber offensichtlich ist Minister Tarek Al-Wazir für die Airlines zahnlose Tiger, der nicht die nötige Autorität besitzt, dem bestehenden Recht Geltung zu verschaffen“, stellte Weiß fest.

 

Er bemängelte, dass das Wirtschaftsministerium nach den ersten deutlichen Hinweisen darauf, dass Ryanair die Ausnahmeregelungen für verspätete Flüge ausnutzt, Monate gebraucht habe, um zu reagieren. „Und dann bestand die Reaktion in einem milden Tadel und der freundlichen Bitte an die Airline, sich doch öfter mal an die Vorschriften zu halten. Entschlossenes Handeln sieht anders aus“, so Marius Weiß.

 

Der Flugverkehrsexperte der SPD-Fraktion kritisierte, offenbar habe sich bei den Fluggesellschaften die Haltung durchgesetzt: „Was Ryanair straflos darf, machen wir auch.“ Das zeige sich daran, dass auch bei Condor und Lufthansa die Nachtflüge zunähmen. Weiß sagte: „Es war die schwarzgrüne Regierung von Ministerpräsident Bouffier, der die Ansiedelung von Ryanair in Frankfurt nach Kräften gefördert und begrüßt hat. Deswegen sind Ministerpräsident Bouffier und Minister Al-Wazir jetzt auch in der besonderen Pflicht, das geltende Recht durchzusetzen. Die Anwohnerinnen und Anwohner des Flughafens Frankfurt dürfen erwarten, dass der Minister Handeln nicht nur antäuscht, sondern dass er wirklich handelt und für die Einhaltung des Nachtflugverbots sorgt. Als Verursacher dieses Zustands muss Minister Al-Wazir nun endlich konkrete Vorschläge unterbreiten, die eine echte Besserung versprechen.“

 

Allerdings, so Weiß, mangele es dem Minister erkennbar an Autorität gegenüber den Fluggesellschaften, insbesondere gegenüber Ryanair: „Als Trostpflästerchen für die lärmgeplagten Anwohner hat Ryanair zwei Flüge vorgezogen, damit nicht schon kleine Verspätungen zwangsläufig zu Landungen nach 23 Uhr führen – und zugleich einen anderen Flug nach hinten verlegt, der nun wieder alle Chancen auf eine regelmäßige Verletzung der 23-Uhr-Grenze hat. Wer sich das gefallen lässt, muss sich nicht wundern, wenn er in der Branche nicht mehr ernst genommen wird“, kritisierte Marius Weiß.

 

Schwarzgrüne Mehrheit ignoriert die Regeln des Parlaments – Alles bleibt, wie es nie hätte sein sollen

SPD Unterbezirk Gießen - 21.06. 2018

Der Hessische Landtag hat heute in 3. Lesung über den Entwurf für ein neues Verfassungsschutzgesetz debattiert, den die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen vorgelegt haben. Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Nancy Faeser, erneuerte ihre mehrfach vorgebrachte Kritik an dem Gesetz, das inhaltlich unzureichend und formal bedenklich sei.

Faeser sagte am Donnerstag in der Plenardebatte an die Adresse der schwarzgrünen Koalition: „Sie haben angefangen mit dem Versuch, ein neues Verfassungsschutzgesetz machen. Daran sind Sie krachend gescheitert, weil Sie sich untereinander nicht einigen konnten. Um ihren Koalitionsfrieden zu wahren, machen Sie jetzt unter dem alten Label ‚Verfassungsschutzgesetz‘ faktisch ein neues Polizeigesetz – ohne Anhörung der Betroffenen, ohne ordentliche parlamentarische Beratung dessen, was Sie so alles in dieses Gesetzeswerk hineingeschrieben haben. Sie legen ein ‚Gesetz zur Neuausrichtung des Verfassungsschutzes in Hessen‘ vor – und regeln darin dann Dinge wie den Hundeführerschein oder die Kennzeichnung und Registrierung von Hunden. Das ist grotesk. Das verstößt gegen alles, was eine seriöse Gesetzgebung ausmacht. Und es verstößt gegen die Geschäftsordnung des Hessischen Landtags.“

Denn, so Faeser, die Geschäftsordnung des Landtags (GOHLT) lege in § 93 Abs. 2 fest, dass die kommunalen Spitzenverbände zu Gesetzesvorlagen anzuhören seien, die wesentliche Belange der Gemeinden berührten[1]. Und genau das sei der Fall, weil sowohl die Sachkundeprüfung für Hundehalter als auch die elektronische Kennzeichnung und Registrierung von Hunden kommunale Zuständigkeiten seien, die nun in einem Landesgesetz geregelt würden. „Das schwarzgrüne Bündnis setzt sich mit seiner Parlamentsmehrheit über die Regeln des Parlaments hinweg. Das ist absolut inakzeptabel“, kritisierte Nancy Faeser.

Jenseits seines fragwürdigen Zustandekommens sei das Gesetz inhaltlich mangelhaft, so Faeser. Sie sagte: „Eine der Lehren aus dem NSU-Untersuchungsausschuss war, dass das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) besser beaufsichtigt werden muss. Und damit war natürlich eine stärkere Kontrolle durch das Parlament gemeint. Im Gesetzentwurf der Regierungskoalition findet sich aber nichts dergleichen. Aber man kann doch nicht ernsthaft von einer ‚Neuausrichtung‘ reden, wenn die parlamentarische Kontrolle des Verfassungsschutzes in Hessen weiterhin so voller Einschränkungen sein soll. Wir debattieren hier nicht über ein Gesetz zur Neuausrichtung des Verfassungsschutzes, sondern über ein Gesetz zum Schutz des Verfassungsschutzes vor dem demokratisch gewählten Parlament.“

Faeser forderte erneut weitergehende Befugnisse für die Parlamentarische Kontrollkommission für den Verfassungsschutz (PKV). Das Gremium müsse mindestens sieben Mitglieder umfassen und alle Landtagsfraktionen berücksichtigen. Die PKV solle wenigstens einmal im Vierteljahr tagen und uneingeschränkten Zutritt zu den Dienststellen des LfV erhalten. Um mehr Transparenz und damit wieder mehr Vertrauen in den Verfassungsschutz herzustellen, solle es der PKV ermöglicht werden, auch öffentlich zu tagen. Darüber hinaus solle sich der Präsident oder die Präsidentin des LfV einmal im Jahr einer öffentlichen Anhörung stellen.

„Das und noch mehr haben wir immer wieder eingefordert. Nichts davon wird Wirklichkeit. Mit dem neuen Verfassungsschutzgesetz dokumentieren CDU und Grüne, dass alle Versprechen für eine echte Reform des LfV nur leeres Gerede war. Das neue Gesetz sorgt lediglich dafür, dass alles so bleibt, wie es nie hätte sein sollen“, so Nancy Faeser.

[1] Auszug aus der Geschäftsordnung des Hessischen Landtags (GOHLT):

 

  • 93 Anhörungen

 

[…] (2) Berät der Ausschuss Gesetzesvorlagen, durch die wesentliche Belange von Gemeinden und Gemeindeverbänden berührt werden, soll den auf Landesebene bestehenden Kommunalen Spitzenverbänden Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden. Dies gilt insbesondere bei Entwürfen von Gesetzen, die ganz oder teilweise von den Gemeinden oder Gemeindeverbänden auszuführen sind, ihre öffentlichen Finanzen unmittelbar betreffen oder auf ihre Verwaltungsorganisation einwirken. Von diesem Verfahren kann abgesehen werden, wenn aus der Regierungsvorlage die Stellung-nahme der Kommunalen Spitzenverbände bereits hervorgeht.

 

FDP zerstört das Vertrauen in den Industriestandort Deutschland

SPD Unterbezirk Gießen - 21.06. 2018

In der heutigen Debatte zur Aktuellen Stunde der FDP zum Thema Strompreise, kritisierte der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Stephan Grüger, die Liberalen für die Verdrehung von Fakten.

Grüger sagte am Donnerstag: „Während die Haushaltsstrompreise in der Grundversorgung tatsächlich in Deutschland mit Dänemark ohne Berücksichtigung der Kaufkraft an der Spitze in der Europäischen Union stehen, steht Deutschland bei den Industriestrompreisen auf dem drittletzten Platz in der Europäischen Union. Nur in Luxemburg und in Litauen liegt der Industriestrompreis knapp unter dem Industriestrompreis von Deutschland. Die FDP zerstört das Vertrauen in den Industriestandort Hessen und in den Industriestandort Deutschland, wenn sich der Fraktionsvorsitzende wiederholt im Hessischen Landtag über die angeblich so hohen Strompreise auslässt, unter denen die hessischen Unternehmen angeblich leiden.“

Grüger wies darüber hinaus darauf hin, dass auch Haushaltskunden ihren Strompreis zum Teil massiv durch den Wechsel des Stromversorgers oder durch den Tarifwechsel beim jeweiligen Stromversorger senken könnten. Die aktuelle kumulierte Wechselquote liege bei nur rund 42 Prozent.

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